Die Tradition der Treffen im Rahmen der Veranstaltung Erinnerung/Zachor wurde 2021 vom Museum KL Plaszow ins Leben gerufen. Jedes Jahr versammeln wir uns auf dem Gelände des ehemaligen Lagers Plaszow, um gemeinsam den Worten der Häftlinge zu lauschen.
Wir treffen uns immer am ersten Sonntag im August. Das Datum ist symbolisch und bezieht sich auf die Ereignisse, die im Sommer des letzten Jahres des Lagerbestehens stattfanden. Am sogenannten Schwarzen Sonntag, dem 6. August 1944, verhafteten die Deutschen als Reaktion auf den Ausbruch des Warschauer Aufstands fast 6.000 Männer auf den Straßen von Krakau und sperrten sie im KL Plaszow ein.
Juli und August 1944 waren auch die Zeit der Verwischung von Spuren der Existenz des KL Plaszow. Die Deutschen schickten Häftlingstransporte tief ins Dritte Reich, überfuhren demontierte Teile der Lagerinfrastruktur und beseitigten die Spuren des Verbrechens, indem sie die Leichen der Opfer verbrannten.
Der Prozess der Liquidation war jedoch nicht vollständig erfolgreich. Was blieb, waren die materiellen Überreste und die Worte der Überlebenden. Es gab auch diejenigen, die sich erinnern und die verstreute Erinnerung wiederherstellen wollten: nicht nur die Institution – das Museum – sondern auch die Menschen in Krakau und alle Besucher der Gedenkstätte KL Plaszow.